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Musik begeistert

DÁDIVA

Das Wort Dádiva bezeichnet im Spanischen und im Portugiesischen einen assoziativ reichen Begriff von Gabe, über Präsent, Geschenk bis hin zu Segen und Himmelsgeschenk.

In dem Werk Dádiva gehe ich von der Idee aus, dass in der frühen Barockzeit die damaligen portugiesischen "Eroberer" Südamerikas, mit der naturverbundenen, sinnlich aufgeladenen Kultur der südamerikanischen Ureinwohner konfrontiert, einige dann auch deutlich fasziniert und angeregt durch diese Einflüsse zurück in Europa diese als Anregungen fruchtbar in Tanz, Musik, Literatur und bildender Kunst sowie in das Kunsthandwerk der damaligen Zeit integriert haben.

Von meinem Standpunkt als Musiker der Gegenwart aus erlebe ich besonders diejenigen barocken Formen, welche deutlich diese Einflüsse aufgegriffen haben (z.B. die portugiesische Folia) als besonders energiegeladen, exotisch, aufregend neu und von einer berührenden Offenheit, Neugierde und Integrationsfreude gegenüber diesen Einflüssen.

Diese Haltung mache ich mir in diesem Werk in mehrfacher Hinsicht zu Eigen: Neugierde und Offenheit diesen musikalischen Wurzeln gegenüber, bis hin zur Integration und Variation bestimmter Modelle, die ich dort faszinierend ansprechend und ausgesprochen modern finde. Dankbarkeit angesichts dieser reichen Geschichte und diesem reichen Erbe gegenüber und damit verbunden, der Drang die mich ansprechenden Impulse weiterzudenken in die Gegenwart.

Fasziniert von der Idee eines weltumspannenden Austauschs von unterschiedlichsten Formen künstlerischen Schaffens zusammen mit dem Lebendighalten meiner musikalischen Wurzeln, nehme ich selber diesen Austausch geradezu vieldimensional zeitlich vom Barock hin in die Gegenwart und regional in diesem Fall der südamerikanischen Kultur und Musik hin zu meiner europäisch geprägten Lebenswelt und Kultur wahr.

So ist Dádiva von den klangfarbenreichen und intellektuell gefärbten Strukturen Neuer Musik genauso inspiriert, wie von südamerikanischer überschäumender Sinnlichkeit und Lebensfreude, und schließlich von der barocken Lust an kleinteiligen energiegeladenen motivischen Zellen, von denen ein ganzes Werk leben kann.

Jörg Partzsch

  • Geboren 1964 in Friedrichshafen
  • Studium Fagott und Blockflöte in Nürnberg und Detmold
  • Unterrichtstätigkeit in den Fächern Blockflöte, Fagott, Kammermusik und Theorie/Komposition an der Städtischen Musikschule Paderborn, sowie als Dozent an der Universität Paderborn
  • Gastdozent an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen
  • Freiberufliche Tätigkeit als Komponist, Musiker und Pädagoge
  • Auszeichnungen für seine Kompositionen beim internationalen Wettbewerb für Computer- und Synthesizermusik in Braunschweig, beim internationalen Compania Wettbewerb der Stadt Münster und vom Landesmusikrat NRW
  • intensive Beschäftigung mit der Vermittlung von Neuer Musik
  • Konzeption und Durchführung von interdisziplinären, künstlerisch-pädagogischen Projekten, in denen Musik, Tanz, Theater, Bildende Kunst, Neuen Medien ein musiktheatralisches Gesamtwerk bilden
  • Projektarbeit mit unterschiedlichen Alters-, Zielgruppen und Generationen, Zusammenführung von Profis und Laien
  • zahlreiche Aufführungen und Präsentationen

vergangene Projekte

Sommerprobenphase 2014 in England - ein Reisebericht von Lisa Wild

Am 26. Juli war es endlich soweit: Die Probenphase des LJBFO begann und dieses Mal ging es nach York! Es war der erste Auslandsaufenthalt des Hauptorchesters und alle 38 Teilnehmer, die Dirigentinnen Sally Turner und Daniela Schüler sowie Managerin Christiane Loelgen waren voller Erwartungen.

Pünktlich um 20 Uhr starteten wir von Stuttgart aus in unserem Luxusbus in Richtung Calais. Dort ging es dann am nächsten Morgen per Fähre weiter nach Dover. Nach der sonnigen Überfahrt kamen wir nach 4 weiteren Stunden in der mittelalterlichen Stadt York an.

Untergebracht waren wir, das LJBFO, und die englischen Orchester NYRO und NYTRO an der "Bootham School" nahe des Stadtzentrums von York. Wir wohnten in Zwei- bis Sechsbett- zimmern und probten in der Festhalle der Schule. Nach dem Auspacken wurden wir freundlich von Dianne Charles, die das Treffen organisierte, und dem Leitungsteam des National Youth Recorder Orchestra begrüßt. Nach dem Essen hatten wir dann auch gleich die ersten Proben - es klang großartig.

Das Programm war vielseitig: Jeder Tag begann morgens nach dem typisch englischen Frühstück mit "warm ups" für alle Schüler, in denen Flöten und Muskeln auf Betriebstemperatur gebracht wurden. Direkt im Anschluss konnten wir noch freiwillig an den sogenannten "Rhythmics" teilnehmen, musikalischen Übungen für Koordination und Gehör. Um 10 Uhr war dann meist die erste Probe des Tages, bei denen die drei Orchester unter sich ihre Stücke probten.

Doch es war nicht alles nach Nationalität getrennt. Zusätzlich zu den "normalen" Proben und dem morgendlichen Programm wurden auch kleinere Kammermusik- gruppen ins Leben gerufen. Den Ensembles wurde jeweils ein Dirigent zugeteilt, der mit den Spielern ein Stück erarbeitete. An jedem Notenständer saßen ein englischer und ein deutscher Flötist, sodass wir uns besser kennenlernen konnten.

Alle gemeinsam spielten wir auch drei wunderschöne Stücke, die von Colin Touchin arrangiert waren. Der englische Komponist und Dirigent war unser Gastgeber und dirigierte uns auch persönlich.

Die Woche in England verbrachten wir jedoch nicht nur flötend. Wir hatten jeden Tag ein wenig Freizeit, die wir zum Shoppen in York oder zum Faulenzen in der Sonne nutzen konnten. Es gab sogar ein schuleigenes Schwimmbad, das an zwei Tagen für uns geöffnet wurde. Christiane hatte zusätzlich für uns eine Führung durch York gebucht, die auf Englisch und Deutsch angeboten wurde. Die Stadtführer erzählten allerlei Wissenswertes und Lustiges über die alte Stadt und ihre Bewohner.

Unsere vielen Übungsstunden haben sich gelohnt. Wir hörten und gestalteten mehrere Konzerte und einen Tanzabend. Das erste Konzert war eine "second study night", bei der Spieler ihre Zweitinstrumente oder sonstigen Talente zeigen konnten. Von Saxophon über Gesang und Stepptanz war alles dabei. An einem anderen Abend gaben die Lehrer ein Konzert, im nächsten Vorspiel waren die Kammermusik-gruppen zu hören. Am Freitagabend spielten wir dann alle Stücke, die im Konzert aus Zeitgründen nicht mehr untergebracht werden konnten.

Das schönste Ereignis und eine bleibende Erinnerung war allerdings das sogenannte "ceilidh", eine traditionelle gälische Tanzveranstaltung. Zu irischer Musik und unter Anleitung von Dianne und Chris vom englischen Leitungsteam versuchten sich alle an den Tänzen. Die meisten der Formationen endeten jedoch im Chaos, was für großes Gelächter sorgte. Es war ein unvergesslicher Abend bei dem alle einen riesen Spaß hatten.

Der nächste Morgen war leider schon Samstag und somit Tag der Abreise. Zuvor hatten wir jedoch noch um 14 Uhr ein zweistündiges Konzert. Vor Beginn und in der Pause spielten die Kammermusikgruppen zur Unterhaltung. Das LJBFO spielte die Stücke, die wir mit Daniela erarbeitet hatten, da Sally schon früher gehen musste. Einige deutsche Eltern kamen sogar extra zum Konzert nach England und blieben anschließend für ein paar Urlaubstage.

Nach dem Vorspiel musste alles flott gehen. Die Flöten wurden in Windeseile eingepackt und zu den Koffern in den Bus verladen. Jetzt noch schnell von allen verabschiedet und dann ging die zweistündige Fahrt im strömenden Regen los nach Hull zum Hafen. Hier stiegen wir dann um auf die Fähre nach Rotterdam. Wir bekamen Viererkabinen zugewiesen, da die Überfahrt die ganze Nacht dauerte. Die Kabinen sahen uns jedoch nur zum Schlafen, denn auf dem 12-stöckigen Luxusdampfer gab es einiges zu entdecken.

Am Morgen legte die Fähre am niederländischen Hafen an und wir setzten uns wiedermal in den Bus. Die restliche Fahrt lief bis auf einen kleinen Stau so gut, dass wir eine halbe Stunde vor der vereinbarten Zeit wieder in Stuttgart ankamen.

Die Zeit in England war rasend schnell vergangen. Trotzdem hatten wir viel Spaß und ich freue mich schon auf die Konzerte im September. Ich habe York sehr genossen und die Probenphase dort wird mir lange in Erinnerung bleiben. Vielen herzlichen Dank an alle, die diese Reise ermöglichten und uns ein unvergessliches Erlebnis beschert haben.

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Die nächste Arbeitsphase ist vom 23.2. bis 25.2.2018 in Weil der Stadt.

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Der Film

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